Delschad Numan Khorschid
Delschad Numan Khorschid wurde Anfang der 1980er Jahre im Norden des Irak geboren; seine Familie gehörte zur kurdischen Minderheit. Während der sogenannten «Anfal-Operation» Ende der 1980er Jahre, einem unter dem Baath-Regime von Saddam Hussein verübten Genozid an den Kurden, verlor er seinen Vater und große Teile seiner Familie. Auch nach der «Anfal-Operation» durften kurdische Kinder keine Schule besuchen und blieben staatenlos. Delschad brachte sich Lesen und Schreiben selbst bei – mit Stiftstummeln und Papierfetzen, die er im Müll fand. Nach einer über zweijährigen Flucht kam er 2003 in München an. Die private Schauspielschule in Berlin, an der er 2016 seinen Abschluss machte, war die erste Schule, die er in seinem Leben besuchte. Im selben Jahr erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und damit den ersten Pass seines Lebens. Seit 2019 ist er Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters. 2025 wurde er für sein Buch «Nirgendwo ist mein Zuhause» (Schillo Verlag) mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur ausgezeichnet.









