DER POET (GRAF)
Er ist Mitte Ende Vierzig und nennt sich seit Kurzem Graf, ein Heteronym, das seiner Karriere als Dichter einen Schub geben soll. Erstens gibt es diese Karriere nicht: sein dichterisches Treiben kann man als besessen, aber erfolglos bezeichnen. Zweitens aber: hat dieses Heteronym oder das Versprechen, hinter ihm etwas Neues zu erschaffen, dem Poeten zu einer Einladung zu einem Gedicht-Wettbewerb am Rand des Parks verholfen. Weil Graf sich sowas wie einen Heimvorteil verschaffen will, erscheint er schon Stunden früher im Park. Graf fühlt sich der queeren Szene zugehörig, man könnte auch sagen: er steht auf Männer.