Zurück
28.03.2025

Samuel Beckett

Ein Überblick über die Biografie Samuel Becketts.

1906

Samuel Barclay Beckett wird am 13. April in Foxrock, einem Vorort von Dublin, Irland, geboren.


1923-27

Studium der modernen Sprachen am Trinity College in Dublin.

 


1928-30

Lehrtätigkeit als Englischlektor an der École normale supérieure in Paris.
Begegnung mit James Joyce, dessen Werk und Gesellschaft ihn stark beeinflussen.

 


1930

Veröffentlichung von «Proust» und Rückkehr nach Dublin.
Veröffentlichung von Gedichten, u. a. «Whoroscope».


1931-37

Fertigstellung des zu Lebzeiten unveröffentlichten Romans «Dream of Fair to Middling Women» (dt. «Traum von mehr bis minder schönen Frauen»).


1933

Tod des Vaters.
Niederschrift von «More pricks than kicks» (dt. «Mehr Prügel als Flügel»).
Psychische Probleme und psychosomatische Erkrankung.


1934/35

Macht eine psychoanalytische Therapie in London, es werden u. a. schwere Angstsymptome diagnostiziert.


1936/37

Kunstreise durch Deutschland, lässt sich endgültig in Paris nieder.


1938

In den frühen Morgenstunden des 7. Januar gerät Beckett ohne ersichtlichen Anlass in einen Streit mit einem Zuhälter, der ihn niedersticht. Herz und Lunge werden knapp verfehlt, aber das Rippenfell wird durchbohrt und Beckett kommt erst im Krankenhaus wieder zu sich. Die Konzertpianistin Suzanne Déchevaux-Dumesnil, mit der er ein Jahrzehnt zuvor Tennis gespielt hatte, liest von dem Vorfall in der Zeitung. Sie sucht ihn im Krankenhaus auf, unterstützt ihn bei seiner Genesung und wird später seine Lebensgefährtin und Ehefrau.


1940-45

Schließt sich während des Zweiten Weltkriegs der französischen Résistance an. Muss 1942 nach Südfrankreich fliehen, wo er bis Kriegsende als Landarbeiter in Roussillon im Departement Vaucluse arbeitet.


1945

Befreiung Frankreichs, Rückkehr nach Paris. 
Beginnt in französischer Sprache zu schreiben.


1951

Veröffentlichung des Romans «Molloy».


1953

Uraufführung von «En attendant Godot» (dt. «Warten auf Godot») in Paris – das Werk macht ihn weltberühmt.


1954

Becketts Bruder stirbt, letzter längerer Aufenthalt in Irland. 
Veröffentlichung von «L’ Innommable» (dt. «Der Namenlose»).


1957

Uraufführung von «Fin de partie» (dt. «Endspiel») in London.


1959

Verleihung der Ehrendoktorwürde des Trinity College Dublin.


1961

Heirat mit Suzanne Déchevaux-Dumesnil.


1965

Der Stummfilm «Film» wird auf dem Filmfestival in Venedig gezeigt. Das Drehbuch schreibt Samuel Beckett, Regie führt Alan Schneider, Buster Keaton spielt die Hauptfigur O. Eine Mitarbeiterin sagt später über die Produktion: «Der Film wurde geschrieben von einem großartigen Dichter, der nichts über Film wusste, Regie führte ein Mann des Theaters, der nichts über Film wusste, Star des Films war ein Mann, der alles über Film wusste.»


1969

Erhält den Nobelpreis für Literatur, was Beckett jedoch eher unangenehm ist. Das Preisgeld verwendet er zur Unterstützung von Freund*innen und bedürftigen Kolleg*innen. Die Auszeichnung verstärkt seine Schreibblockade, bisher unveröffentlichte Texte werden auf Drängen der Verlage mit Becketts widerwilliger Zustimmung veröffentlicht.


1975

Inszenierung von «Warten auf Godot (En attendant Godot)» am Schiller-Theater, Berlin.


1988

Nach einem Sturz kommt Beckett in ein Altenheim. Seine schmerzhafte Hilflosigkeit versucht er mit Galgenhumor und Whiskey zu überspielen, mit dem er noch immer Besucher*innen empfängt. 
Sein letztes literarisches Schaffen ist die englische Fassung von «Comment dire» (dt. «Wie soll man sagen»). Die Fassung endet mit der Frage: What is the Word?


1989

Am 17. Juli stirbt seine Frau Suzanne, die sich zeitlebens bei Verlagen und in der Öffentlichkeit für Becketts Werk eingesetzt hat, im Alter von 89 Jahren. Beckett bereut, sie zu Lebzeiten nicht mit mehr Wertschätzung behandelt zu haben. 
Fünf Monate später, am 22. Dezember, stirbt Samuel Beckett im Alter von 83 Jahren in Paris. Er wird am zweiten Weihnachtsfeiertag neben Suzanne auf dem Friedhof Montparnasse begraben.


 

Die Zeittafel zu Becketts Leben und Werk wurde auf Grundlage der Monographie von Friedhelm Rathjen erstellt: Samuel Beckett. Rowohlt Verlag. Reinbek bei Hamburg 2006.