Werner Schwab

Werner Schwab wird am 4. Februar 1958 in Graz geboren. Da sein Vater kurz darauf die Familie verlässt, sieht sich seine Mutter gezwungen, den Sohn zeitweise in Pflege zu geben, um als Haushälterin den Lebensunterhalt bestreiten zu können. 1974 bis 1977 besucht Schwab die Kunstgewerbeschule in Graz und studiert 1978 bis 1982 Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Mit seiner Ehefrau Ingeborg Orthofer und ihrem gemeinsamen Sohn lebt er von 1981 bis 1989 auf einem abgelegenen Bauernhof in der Oststeiermark. Dort arbeitet er an verwesenden Skulpturen aus Kadavern und Fleisch, wendet sich aber vermehrt dem Schreiben zu – zunächst ohne Erfolg, sodass er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hält. Sein einziger Roman »Joe Mc Vie alias Josef Thierschädl« (1988) wird erst im Nachlass entdeckt und 2007 veröffentlicht.
1990 wird »Die Präsidentinnen« am Künstlerhaus Wien uraufgeführt. Mit den folgenden Uraufführungen »ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM« (1991) am Schauspielhaus Wien und »Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos« (1991) an den Münchner Kammerspielen (ausgezeichnet mit dem Mülheimer Dramatikerpreis) zieht er zunehmend auch in Deutschland Aufmerksamkeit auf sich. 1991 wird er von der Fachzeitschrift »Theater heute« zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt, im folgenden Jahr zum Dramatiker des Jahres. Innerhalb kürzester Zeit wird er zu einem der gefragtesten und meistgespielten deutschsprachigen Theaterautoren.
Am 1. Januar 1994 findet man Werner Schwab tot in seiner Wohnung, gestorben an den Folgen einer Alkoholvergiftung. Von den sechzehn abendfüllenden Theaterstücken, die in die Dramenkomplexe »Coverdramen«, »Fäkaliendramen« und »Königskomödien« eingeteilt werden, gelangen sieben erst nach seinem Tod zur Uraufführung – und gehören heute zum festen Repertoire des deutschsprachigen Theaters.