Zurück
23.09.2026

Elisabeth Hauptmann

Elisabeth Hauptman wird 1897 in Peckelsheim∕Westfalen geboren, absolviert eine Ausbildung zur Lehrerin und unterrichtet. 1922 gibt sie den Beruf auf und zieht nach Berlin, wo sie 1924 Brecht kennenlernt. Von 1925 bis 1927 wird sie vom Kiepenheuer Verlag als Brechts Lektorin und Mitarbeiterin angestellt, übersetzt für ihn, arbeitet mit ihm an literarischen Projekten und publiziert eigene Arbeiten. Von 1927 bis 1933 ist sie freischaffende Übersetzerin, Autorin und Mitarbeiterin Brechts. 1927 beginnt Hauptmann mit der Rohübersetzung von John Gays »Beggar‹s Opera» für Brecht, nachdem sie von der erfolgreichen Londoner Inszenierung erfahren hat. 1933 wird sie in Berlin verhaftet; Flucht nach Paris, ab 1934 Exil in den USA. Die Mitarbeit an Brechts Projekten wird per Korrespondenz fortgesetzt. Briefwechsel mit Walter Benjamin. 1935 erhält sie eine Stelle als Lehrerin an einer High School und unterstützt Brecht bei der Inszenierung von «Die Mutter» in New York. Sie engagiert sich in der Spanienhilfe und für aus Nazi-Deutschland geflüchtete Personen. 1940 erhält sie die US-Staatsbürgerschaft und bereitet 1941 die Einreise Brechts ins US-amerikanische Exil vor; weiterhin enge Zusammenarbeit mit Brecht. 1948 heiratet sie den Komponisten und Dirigenten Paul Dessau, der ebenfalls vor den Nationalsozialisten geflohen war. Im Herbst 1948 kehrt Hauptmann nach Deutschland zurück, tritt 1949 der SED bei und beginnt für den Suhrkamp Verlag mit der Herausgabe von Brechts Werken. Sie ist freie Schriftstellerin, Übersetzerin und Dramaturgin, ab 1954 fest angestellte Dramaturgin am Berliner Ensemble, nach Brechts Tod für zwei Jahre Parteisekretärin des Berliner Ensembles. Sie leitet weitgehend die Planung der Gesammelten Werke aus letzter Hand. 1972 entsteht der Dokumentarfilm «Die Mit-Arbeiterin«. Am 20. April 1973 stirbt Elisabeth Hauptmann in Ost-Berlin.