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10.10.2025

RAINALD GOETZ

Geboren 1954 in München. Studium der Geschichte, Theaterwissenschaft und Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Sorbonne in Paris sowie Promotion 1978 in Geschichte und 1982 in Medizin. Ab 1976 begann er für Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben, zunächst für die Süddeutsche Zeitung, später dann fürs Musikmagazin Spex und die Kulturzeitschrift Merkur. Viel Aufmerksamkeit fand sein Auftritt beim Ingeborg-Bachmann-Preis 1983, wo er sich während der Lesung seines Textes «Subito» mit einer Rasierklinge die Stirn aufschlitzte. 

Er verfasste Romane («Irre», 1983) und Theaterstücke («Krieg», 1986; «Festung», 1993; «Jeff Koons», 1998). Mit seinen Stücken gewann Goetz dreimal den Mülheimer Dramatikpreis 1988, 1993 und 2000. 1991 erhielt er den Heinrich-Böll-Preis, 1999 den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis, 2000 den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis. In vielen seiner Texte spielt DJ-Kultur, Nachtleben und Techno eine wichtige Rolle («Mix, Cuts & Scratches» zusammen mit WestBam, 1997; «Rave», 1998), 1998 hielt er zudem die Frankfurter Poetik-Vorlesungen. In seinem Internettagebuch «Abfall für alle» (1998/99) veröffentlichte er täglich als einer der ersten deutschen Blogger Gegenwartsbeobachtungen. 

Von 2007 bis 2008 verfasste er einen Blog mit dem Titel «Klage» auf der Internetseite von Vanity Fair, welcher später auch in Buchform veröffentlicht wurde. Anschließend daran schrieb er das Buch «loslabern» (2008) und den Roman «Johann Holtrop» (2012). Im gleichen Jahr erhielt er den Berliner Literaturpreis verbunden mit der Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin sowie 2013 den Marieluise-Fleißer-Preis und Schiller-Gedächtnis-Preis. Mit dem Georg-Büchner-Preis als renommiertestem Literaturpreis im deutschen Sprachraum wurde er 2015 ausgezeichnet und 2017 zudem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. 

Das Buch «Lapidarium» mit den drei Theaterstücken «Reich des Todes», «Baracke» und «Lapidarium» zusammen mit dem Band «wrong» schließt 2024 das mehrteilige Werk «Schlucht».

nicht alles was man schreibt, kann man auch erzählen, das spürte ich beim Schreiben an meinem ersten Buch, umgekehrt kann man gerade auch das zu oft Erzählte nicht mehr richtig schreiben, Schreiben kann nur Pioniertat sein

Rainald Goetz, «Lapidarium»