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01.10.2026

Die Kaukatzky-Puppen

Die Puppen der »Dreigroschenoper« am Münchner Residenztheater stammen aus der Welt des historischen Jahrmarkts und des Varietés. Sie stehen in der Tradition der »lebenden Puppen«, die unter dem Namen Kaukautzky-Puppen bekannt sind und bereits im 19. Jahrhundert beim Schichtl auf dem Münchner Oktoberfest zu bewundern waren.

Bei diesen grotesk wirkenden Figuren werden die Köpfe der Spielenden zu den Köpfen der Puppen, was diesen einen ganz eigenen, ebenso komischen wie unheimlichen Ausdruck verleiht.

Den jungen Bertolt Brecht faszinierte die Münchner Theatertradition. Historisch belegt ist sein Mitwirken 1920 bei Karl Valentins grotesker Szene »Oktoberfestschau« und sein späteres Bekenntnis, von Karl Valentin den Verfremdungseffekt »gelernt« zu haben.

Erstmals begegnen uns die Puppen in Peachums Bettlergarderobe, wo sie als die fünf Grundtypen des menschlichen Elends vorgestellt werden. Im Laufe des Abends tauchen sie immer wieder auf, bis sich schließlich am Ende alle Figuren in ein surreales Puppenpanoptikum verwandelt haben.


Die Puppen entstanden nach den Entwürfen von Kathi Maurer in Zusammenarbeit mit dem Puppenbauer Christian Blank und der Kostüm- und Maskenabteilung des Residenztheaters. Gemeinsam mit den Spielenden hat Sandra Then sie für diese Fotoserie in Szene gesetzt.