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06.02.2026

München – Von 1900 bis heute

Ein Zeitstrahl zur Münchner Geschichte


1900

Zwischen 1900 und 1902 lebt Waldimir Iljitsch Lenin unter den Namen Meyer in München und gibt in dieser Zeit die revolutionäre Zeitschrift «Sarja» (Morgenröte) heraus. Er verkehrt häufig im Schelling-Salon.


1918

Der sozialdemokratische Politiker und Schriftsteller Kurt Eisner ruft erfolgreich zum Sturz der Monarchie auf und schafft damit die Voraussetzung für die Proklamation Bayerns zur Republik, für die sich später der Name «Freistaat Bayern» durchsetzt.


1919

Im Januar wird in einer Gaststätte im Tal die «Deutsche Arbeiterpartei» (DAP), die spätere «Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei» (NSDAP) gegründet. Im Februar wird der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner erschossen. Die folgenden politischen Konflikte führen zur Ausrufung der Räterepublik, die Anfang Mai blutig niedergeschlagen wird.


1923

Unterstützt von konservativen und rechtsextremen Kreisen erklären die Nationalsozialisten am 8. November die «nationale Erhebung» sowie den Sturz der bayerischen Regierung und der Reichsregierung. Der «Marsch zur Feldherrnhalle» am folgenden Tag wird jedoch von der Polizei gestoppt und der Putsch («Hitler-Putsch») blutig niedergeschlagen.


1931

In der Reichenbachstraße 27 wird eine Synagoge für die ostjüdischen Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde eingeweiht. In diesem Jahr umfasst die jüdische Gemeinde in München etwa 10.000 Mitglieder.


1933

Am 22. März wird auf dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik Dachau ein «Konzentrationslager» in Betrieb genommen. Zwischen 1933 und 1945 werden etwa 200.000 Häftlinge in Dachau registriert, mehr als 30.000 Menschen verlieren auf Grund gewalttätiger Schikanen, gezielter Ermordung und katastrophaler Unterbringung ihr Leben.


1938

Im «Führerbau» an der Arcisstraße unterzeichnen Adolf Hitler, der italienische «Duce» Benito Mussolini sowie der britische Premier Neville Chamberlain und der französische Ministerpräsident Edouard Daladier das «Münchner Abkommen», das die Abtrennung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei vorsieht.
Während der Pogromnacht am 9./10. November 1938 werden in München jüdische Kaufhäuser, Läden und Lokale geplündert und zerstört. Hunderte jüdischer Bürgerinnen und Bürger werden misshandelt und verhaftet.


1942/43

Mit mehreren Flugblatt-Aktionen rufen Student*innen, die sich unter dem Namen «Weiße Rose» zusammengefunden haben, in der Ludwig-Maximilians-Universität zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. Am 18. Februar 1943 werden die Studierenden Hans und Sophie Scholl beim Auslegen von Flugblättern beobachtet, denunziert und verhaftet. Zusammen mit ihrem Kommilitonen Christoph Probst werden sie vier Tage später zum Tode verurteilt und hingerichtet. Auch ihre Mitstreiter Willi Graf, Alexander Schmorell und Prof. Kurt Huber werden gefasst und hingerichtet.

Zu den Flugblättern der «Weißen Rose», verfügbar durch die Weiße Rose Stiftung e.V.


1945

Am 30. April marschieren amerikanische Truppen in München ein – der Krieg ist aus. München hatte 73 Luftangriffe erlebt, bei denen mehr als 6.000 Menschen starben. Die historische Altstadt ist zu 90 Prozent zerstört, die gesamte Stadt zu 50 Prozent.


1947

Am 20. Mai feiert die israelitische Kultusgemeinde München die Wiedereröffnung der Synagoge an der Reichenbachstraße.


1962

Nach einem Polizeieinsatz kommt es im Juni 1962 zu tagelangen Straßenschlachten.


1963

Andreas Baader verlässt seine Geburtsstadt München und zieht nach West-Berlin.


1972

In München finden die XX. Olympische Sommerspiele statt. Bei dem Überfall arabischer Terroristen auf die israelische Olympia-Mannschaft werden elf israelische Sportler und ein deutscher Polizist getötet.

Zur virtuellen Ausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek: Olympia 72 in Bildern


1974

Helmut Dietl dreht seine «Münchner Geschichten».


1976

Der Musikproduzent Giorgio Moroder gründet in München das Discoprojekt «Munich Machine», dass er gemeinsam mit Donna Summer und Pete Bellotte zu einem Welterfolg macht.


1978

Klaus Lemke dreht «Amore» in Haidhausen und erhält dafür den Grimme-Preis.


1980

Bei einem Bombenanschlag auf das Oktoberfest kommen dreizehn Menschen ums Leben, 218 werden verletzt. Der Attentäter, der ebenfalls stirbt, war Teil der rechtsextremistischen Szene.

Zur Dokumentation des Oktoberfestattentats, herausgegeben von der Landeshauptstadt München


1984

Brandanschlag der rechtsextremen Gruppe Ludwig auf die Münchner Diskothek «Liverpool» bei dem acht Menschen verletzt werden und die 20-jährige Corinna Tartarotti verstirbt.


1988

Am 3. Oktober stirbt Franz Josef Strauß an den Folgen eines Schlaganfalls. Der Trauerzug ist einer der größten in der Geschichte der Stadt München.


2013

Am 6. Mai beginnt in München der NSU-Prozess. Nach 430 Verhandlungstagen wird Beate Zschäpe im Juli 2018 des zehnfachen Mordes schuldig gesprochen.

Zum Dossier «Der NSU-Komplex» der Bundeszentrale für politische Bildung


2016

Am 22. Juli tötet ein Attentäter aus rassistischen Motiven neun junge Münchner*innen am Olympiaeinkaufszentrum.


2022

Das Gutachten zum sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese München und Freising wird am 20. Januar der Öffentlichkeit vorgestellt.

 


Diese Auflistung basiert auf «München - ein chronologischer Überblick von Helmuth Stahleder», ergänzt von Michael Billenkamp.